Bergkäseausstich des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu

Ergebnisse 2018 - Gewinner der Goldmedaillen

Der AVA – Bergkäse-Ausstich

Seit 1958, heuer zum 61. Male, führte der AVA  eine Prämierung der auf den Allgäuer Sennalpen erzeugten Bergkäse durch (Kategorie Alpkäse seit 1996).

 

Ziele und Bedeutung der Prüfung

Unser Ziel ist, durch diese Prüfung den teilnehmenden Sennalpen Rückmeldung zu geben über die Qualität ihrer Bergkäse, die ja bekanntermaßen von vielen Faktoren anhängt. Durch die objektive Beurteilung zweier unabhängiger Richterteams, nach einem einheitlichen und anerkannten DLG Schema, erhält der Senn bzw. die Alpe auch Rückmeldung darüber, wenn sich die Qualität einmal ändert.

Der Bergkäseausstich gibt zweitens auch einen steten Anreiz zur Qualitätsverbesserung bei den Teilnehmern. Freilich – es gehört natürlich auch glückliches Händchen dazu, bei der Auswahl des zur Prüfung anstehenden Käses. Doch über die Jahre ergibt sich ein kontinuierliches Bild.

Und damit spreche ich das Dritte Ziel dieser Käsemeisterschaft an: nämlich einen Mehrwert für die betreffende Alpe zu schaffen. Die Prüfung schafft Transparenz und sichert das Vertrauen beim Kunden. Und die Teilnahme und der damit verbundenen Erhalt einer Medaille, egal ob Bronze, Silber oder Gold,  ist damit natürlich hervorragend für die Werbung in eigener Sache.

 

Ablauf des 61. Bergkäseausstichs

Die Anlieferung erfolgte zwischen 07.00 Uhr und 08.00 Uhr.

In den Kategorien „Bergkäse“ (über 15 kg je Laib) bzw. „Alpkäse“ (unter 15 kg je Laib) wurden, wie üblich, jeweils zwei Laibe geliefert, die für den Wettbewerb von Euch Richtern zunächst je in zwei Hälften aufgeschnitten werden.

Für die Laboruntersuchung an der muva werden pro Alpe 500 g vom Laib abgeschnitten.

 

ERGEBNISSE 2018:

Gewinner (Alpe, Senn)  der Goldmedaillen Kategorie Alpkäse:

Alpe Eschbach, Georg Brutscher (Siegerpreis)

Alpe Laufbichl, Martin Rinderle

Höfle Alpe, Imelda Steurer

Alpe Schattwald-Rohrmoos, Bernhard Hartl

Alpe Käsberg, Hilde Rasch

Thalhofer Berg, Monika Würtz

Söller Alpe, Max Boxler

Waltersalpe, Richard Gmeiner

Alpe Schwabenberg II, Roswitha Kohler

 

Gewinner (Alpe, Senn)  der Goldmedaillen Kategorie Bergkäse:

Alpe Eschbach, Georg Brutscher (Siegerpreis)

Alpe Schattwald-Rohrmoos, Bernhard Hartl

Alpe Bärenschwand, Reinhold Höchenberger

 

Bildeindrücke von der Prüfung und anschließenden Prämierung finde Sie hier:

 

JURY 2018:

Oberrichter Dr. Valentin Sauerer, LVFZ für Milchwirtschaft und  Schulleiter der Molkereifachschule in Kempten

Aus Voralberg: Fritz Metzeler, Alpsennerei Fachberater an der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, zuständig für Sennereiberatung

Stefan Bröll, Molkereitechniker, Marketing & Vertrieb sowie Fachberatung an der muva Kempten

Norbert Flach, Alpsennereiberater an der muva

Alexander Schmid, Käsefachmann und hauptamtlicher Fachlehrer am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Molkereiwirtschaft

Ludwig Sontheim , Molkereimeister aus Maierhöfen und Geschäftsführer der Herz-Käse-Manufaktur

Josef Stemmer, bis Ende 2017 bei der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft

Außerdem waren zwei Alpsennen als Beobachter dabei

 

Hoch sind die Anforderungen. Nicht nur in äußerlicher und hygienischer sondern vor allem auch in geschmacklicher Sicht. Das Expertenteam testet den Käse nach dem Schema der DLG auf sensorische Qualität und bewertet sie nach den Kriterien Aussehen äußeres, Aussehen inneres (Lochung), Geruch, Konsistenz und Geschmack. Ergänzend werden Labortests durchgeführt.

Für jedes Kriterium max. 5 Punkte (wenn fehlerfrei)

Gewichtungsfaktoren:

Äußeres 2x, Inneres 4x, Geruch 3x, Konsistenz 4x und Geschmack 7x

Bei Abweichungen >= 2: erfolgt Nachprüfung

Bei Punktgleichheit erfolgt Richterentscheid

 

Bedingungen für eine Goldmedaille (unverändert, wie die Jahre zuvor):

Qualitätszahl >= 4,80 und Einzelbewertungen >3

Bedingungen für eine Silbermedaille:  Qualitätszahl < 4,80 und >= 4,50

Bedingungen für eine Bronzemedaille:  Qualitätszahl < 4,50

 

Ein Hauptvorteil der Prüfung liegt darin, dass über die Jahre gleichbleibende Prüfkriterien angewandt werden. Dabei ist die die Einhaltung der Qualitätskriterien nach dem DLG-Schlüssel ein lange schon bewährter Rahmen.

Letztlich ist es aber immer der Geschmack, der entscheidet und der ist auf der Alp an frischer Luft usw. auch oft noch einmal ein anderer, denn da zählt oft das gesamte Erleben mit,  und das gibt dem Käsegenuss durchaus nochmals eine ganz andere Note.

 

Der Allgäuer Sennalpkäse g.U.

 

Die Bedeutung der Prüfung erwächst auch aus dem Käse, um den es hier geht, einem einzigartigen Produkt unserer Region. Berg- und Alpkäse von der Alp sind der Inbegriff traditioneller Käseherstellung aus dem Allgäu. Das Bild von weidenden Kühen in den Bergen (braun oder lila) ist das werbetechnisch vielgenutzte Aushängeschild der Allgäuer Milchwirtschaft.

Jeder Käse ist ein besonderes, und kein Sennalpkäse ist wie der andere.

Dem Alpwirtschaftlichen Verein ist gelungen, diese „Perle der Allgäuer Sennalpen“, durch die EU-Kommission schützen zu lassen. Mit der Eintragung der geschützten Ursprungsbezeichnung für den „Allgäuer Sennalpkäse“  in 2016 ist der Bedeutung dieses Käses für unsere Region Rechnung getragen.  Diese Bedeutung sollte sich auch im Preis niederschlagen. Der Name „Allgäuer Sennalpkäse“ und ähnlich lautende Bezeichnungen  sind vor Nachahmern nun durch das EU-Recht geschützt.

Der Allgäuer Sennalpkäse darf nur auf behördlich anerkannten Sennalpen produziert werden. Die Milch stammt von Braunviehkühen, deren Futtergrundlage  im Sommer die Alpweide ist. Sie reift ohne chemische Zusätze oder Gentechnik naturbelassen als Rohmilch und wird nach traditionellen, handwerklichen Methoden auf der Alpe verarbeitet.  Die Käse reifen im Erzeugungsgebiet oberhalb 800 m und die Laibe werden von Hand gepflegt.  Er ist ein echtes Bergerzeugnis aus dem Allgäu und reift mindestens drei Monate, bei schwereren Laiben über 4 Monate!