WEIDETIERE statt Wolfsreviere

 

Jahresforum zur EU-Alpenstrategie: Bauern fordern erneut wirksamen Schutz vor Wolf

München (bbv) – Während drinnen beim Jahresforum zur EU-Alpenstrategie über die

Zusammenarbeit bei Umweltschutz und Infrastruktur sowie bei wirtschaftlichen Fragen diskutiert

wurde, haben am Donnerstag Bergbauern, Weidetierhalter und Schäfer vor der BMW Welt in

München demonstriert. Sie forderten von den Politikern einen wirksamen Schutz vor dem Wolf.

„Der Wolf ist zurück in Deutschland und im Alpenraum. Weil er aber trotzdem streng geschützt ist

und keine natürlichen Feinde hat, kann er sich nahezu ungehindert ausbreiten“, sagte der

bayerische Bauernpräsident Walter Heidl vor rund 100 Bauern aus Österreich und Bayern. „Immer

mehr Kühe oder Schafe werden vom Wolf getötet. Die für die Alpen so typische Weidehaltung ist

gefährdet. Wenn das so weitergeht, haben wir in den Alpen bald nur noch Wolfsreviere statt

Weidetiere!“

Denn kommt der Wolf, verschwinden meist die Tiere von den Weiden: „Auf einigen Almen und

Alpen werden wegen der Bedrohung durch den Wolf bereits jetzt keine Tiere mehr aufgetrieben“,

sagte Heidl. „Auf der Tagesordnung des Jahresforums der EU-Alpenstrategie sucht man die

Probleme von Schäfern, Berg- und Almbauern trotzdem vergeblich.“ Stattdessen soll auf

Anregung der Umweltminister im Alpenraum ein Netzwerk geschaffen werden, das die

verschiedenen Schutzgebiete und Biotope verbindet. „Damit könnte sich der Wolf noch schneller

ausbreiten, die Weidehaltung stünde vor dem Aus.“

Dabei sorgt gerade diese für die Alpen typische Form der Tierhaltung nicht nur für Artenvielfalt in

der Bergwelt, sondern sie ist auch Grundlage für den Tourismus, für Wertschöpfung und viele

Arbeitsplätze. „Doch beim Jahresforum zur EU-Alpenstrategie diskutieren wieder überwiegend

Experten aus der Verwaltung und der Wissenschaft über makroregionale Strategien“, sagte Heidl.

„Die Probleme der Bauern und der rund 80 Millionen Menschen, die im Alpenraum leben und

arbeiten, bleiben dabei außen vor.“

Bereits Anfang Oktober hatten mehr als 250 Bauern aus Österreich, Südtirol und Bayern in

München demonstriert. Sie forderten beim Treffen der Umweltminister des Alpenraumes einen

wirksamen Schutz ihrer Weidetiere vor den Wölfen.

 

Ein Positionspapier von Bauern und insgesamt 26 Organisationen aus Bayern, Österreich und

Südtirol sowie Bilder finden Sie unter

 

www.bayerischerbauernverband.de/weidetiere-statt-wolfsreviere